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Gelenau

Das Epitaph des Joachim von Schönberg in der Kirche zu Gelenau

Das Epitaph des Joachim v. Schönberg und seiner Familie in der Kirche zu Gelenau stammt aus dem Jahr 1581. Joachim war der fünfte Sohn von Friedrich v. Schönberg und der Katharina von Taubenheim aus Bedra. Der Vater Friedrichs, Heinrich v. Schönberg war Inhaber der 1473 der von seinem Vater Heinrich und dessen Brüdern, Caspar auf der Sachsenburg und dem Bischof Dietrich von Meißen, erworbenen Herrschaft Stollberg sowie der Güter Niederzwönitz, Zweitschen, Gelenau, Thum, Oberndorf und Jahnsbach. Joachim studierte in Leipzig Theologie. Nach Vollendung seiner Studien wird er Vikar in Meißen. 1548 werden er und seine Brüder mit den väterlichen Gütern belehnt. 1551 wird Joachim Gelenau zugesprochen. Das Rittergut Gelenau hatte sein Vater 1533 von den Brüdern Caspar und Kunz von der Olssnitz samt der Hälfte des Dorfes erworben. An dem 1553 von Kurfürst Moritz gegen den Markgrafen Albrecht von Brandenburg geführten Feldzug nahm Joachim als Fähnrich teil. Danach ließ er sich in Gelenau nieder. 1555 vermählte er sich mit der 20 Jahre jüngeren Ursula v. Schönberg auf Roth-Schönberg. Der Vater Ursulas, Antonius, war seit 1536 Geheimrat des Herzogs Heinrich. Auf dessen Befehl hatte Antonius zunächst in Freiberg und 1539 in ganz Sachsen die Reformation eingeführt. Ursula schenkte Joachim zwei Söhne und eine Tochter, bevor sie 1560 im Alter von nur 23 Jahren an „Kindesnöten“ verstarb. Am 11.09.1580 verstarb Joachim im Alter von 63 Jahren.

Die Vollendung des gerade erst begonnenen Kirchenbaues, dessen eifrige Förderer und auch Finanzier des größten Teils der anfallenden Kosten er trotz seiner Krankheit war, konnte Joachim nicht mehr miterleben. Im Kirchenschiff fanden seine sterblichen Überreste seine letzte Ruhe. Seine Kinder stifteten ihm und seiner Gemahlin ein prächtiges Epitaph, das wohl durch den bekannten Freiberger Bildhauer Andreas Lorentz ausgeführt wurde. Dieser war bereits am Bau des Schlosses Freudenstein beteiligt und war außerdem der Schöpfer des Saydaer Grabmales. Auch hat Lorentz 1567 einen Teil der Gewölbe des St. Jakobi Kirche zu Freiberg angefertigt. An beiden Seiten des Gelenauer Epitaphiums war ursprünglich noch eine Figur angebracht. Teile davon fand man 1885 auf den Kirchenboden; sie zeigten die Meisterzeichen des Andreas Lorentz. Zwar gibt es unter dem Namen Lorentz verschiedene Meisterzeichen, aber hier dürfte es doch um den bekannten Andreas Lorentz oder seinen Sohn handeln. Das Epitaphium selbst ist ca. 4,30 Meter lang und ca. 3,40 Meter hoch. Die mittlere große Relief-tafel stellt als kniende Figuren Joachim und Ursula, ihre Söhne Antonius und Joachim sowie die Tochter Barbara – verheiratet mit Friedrich von Minckwitz auf Drehna - dar. Sie hält das Familienwappen der Minckwitz in ihrer rechten Hand. Die Tafel trägt das Wappen der Schönbergs – den rot – grünen Löwen auf goldenem Grund - die Wappen der anderen Vorfahren. Umrahmt wird das Ganze von einer Säulenarchitektur italienischer Art. Die Sockel sind mit dem Zeichen des Todes verziert. Am unteren Teil des Grabmales befindet sich eine Grabinschrift. In ihr werden die verstorbenen Eltern geehrt und auch der Freiberger Bildhauer Andreas Lorentz findet Erwähnung. Am 16.08.1581 konnte dieses großartige Werk vollendet werden.

 

Quellen: Peter Fabisch Auszüge aus „Das alte Gelenau“; Josepha Frfr. v. Schönberg, Das Grabmal des Joachim von Schönberg in der Kirche zu Gelenau, Familiengeschichtliche Blätter, 14. Jahrgang, 1914 Sp. 357 ff.

 

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